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Verwaltungswissenschaft in Deutschland: Relevanz und Reputation im Urteil der Fachvertreterinnen und Fachvertreter

Michael W. Bauer, Stefan Becker

Abstract


Zusammenfassung

Wissenschaftliche Fachgemeinschaften manifestieren sich in inhaltlichen, organisatorischen und sozialen Übereinkünften. In letzterer Hinsicht ist es die gemeinsame Wertschätzung ihrer Mitglieder für bestimmte Forschungseinrichtungen, renommierte Kolleginnen und Kollegen und deren Leistungen in einschlägigen Publikationsorganen, die eine Fachgemeinschaft ausmacht. Vor diesem Hintergrund analysiert dieser Beitrag Reputationszuschreibungen in der deutschen Verwaltungswissenschaft. Die Datengrundlage liefert eine umfangreiche Befragung zu den „Perspektiven der Verwaltungswissenschaft“, an der sich im Frühjahr 2016 über 400 Verwaltungswissenschaftlerinnen und Verwaltungswissenschaftler beteiligten. Die Auswertungen zeigen erstens, dass die Mehrheit der Fachvertreterinnen und Fachvertreter die Verwaltungswissenschaft in Deutschland in einer schwachen Stellung sieht, was das öffentliche Interesse, den sachpolitischen Einfluss und die Attraktivität ihrer Studiengänge betrifft. Zweitens wird deutlich, dass zwischen den verwaltungswissenschaftlichen Teildisziplinen erhebliche Unterschiede in individuellen und institutionellen Reputationszuschreibungen bestehen. Drittens belegen die Aussagen zur Relevanz grundsätzlicher Publikationsformen und spezifischer Zeitschriften eine Zersplitterung des verwaltungswissenschaftlichen Diskurses entlang disziplinärer Linien. Trotz mancher Gemeinsamkeiten in der Wertschätzung einzelner Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie gesamter Forschungsstandorte bleiben die sich disziplinär konstituierenden Gruppen auffallend distinkt.

Schlagworte: Verwaltungswissenschaft, Relevanz, Reputation, Deutschland

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Public Administration as a discipline in Germany: Relevance and reputation according to its members

Abstract

Academic disciplines manifest themselves in agreements about subject matter, organizational form and social structure. In the latter regard, it is shared appreciation of certain research facilities, renowned colleagues and their achievements in relevant publication outlets that constitutes a discipline. Against this background, this article analyses individual and institutional reputation in German Public Administration (PA). The data stems from a survey completed by over 400 scholars and practitioners in spring 2016. The analysis shows that the vast majority of German PA scholars holds a pessimistic view of their discipline with regard to public interest, policy influence and appeal of its study programs. It also becomes clear that there are significant differences among the relevant sub-disciplines in the assessment of individual and institutional reputation in German PA. Furthermore, statements on the relevance of certain publication outlets reveal a discourse fragmented along disciplinary lines. Despite some agreement in the appreciation of a core group of scholars and research facilities, PA in Germany remains marked by its multidisciplinary character.

Keywords: Public Administration, Relevance, Reputation, Germany

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Bibliographie: Bauer, Michael W./Becker, Stefan: Verwaltungswissenschaft in Deutschland: Relevanz und Reputation im Urteil der Fachvertreterinnen und Fachvertreter, dms, 1-2017, S. 31-48.
https://doi.org/10.3224/dms.v10i1.02

Literaturhinweise



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