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„Ökologische“ Leitbilder als emotionale Kulturtechnik an den Grenzen der Planbarkeit

Axel H. Schubert

Abstract


Zusammenfassung

Im Beitrag wird untersucht, ob die (Re-)Produktion von Leitbildern, mit denen die „ökologische“ Krise adressiert wird, als Kulturtechnik verstanden werden kann. Dazu wird ein Modell der Planungspraxis herangezogen, das Planung als Oszillieren zwischen Verunsicherung und Vertrauen konzipiert. Am Beispiel von Nachhaltigkeit und der Stadt der kurzen Wege wird argumentiert, dass der planerische Gebrauch solcher Leitbilder eine emotional wirksame Kulturtechnik ist. Schließlich werden damit einhergehende Machteffekte behandelt. Indem diese Leitbilder – da sie konzeptionell ihrem Selbstanspruch nicht gerecht werden – ungerechtfertigt-ideologischen Charakter haben, kommt ihrer emotional beruhigenden Kraft eine depolitisierende Wirkung zu. Somit tragen (Re)Produzierende von Leitbildern, wenn auch unbewusst, zur Stabilisierung herrschaftsförmiger Gesellschaftsverhältnisse bei. Darum ist eine entideologisierende Leitbildkritik geboten. Mit ihr werden allerdings die Grenzen der Planbarkeit erreicht.


Literaturhinweise



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