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Gemeinsam bauen und wohnen: Zur Differenz zwischen geplantem und angeeignetem Raum

Ana Rogojanu

Abstract


Zusammenfassung

Gegenwärtig wird häufig die Partizipation der zukünftigen Nutzer und Nutzerinnen von Raum am Planungsprozess als vielversprechende Lösung beschworen, die einerseits Selbstbestimmung und andererseits eine bessere Übereinstimmung zwischen den Intentionen der Planung, dem gebauten Raum und den gelebten Praktiken ermöglichen soll. Vor dem Hintergrund dieser Diskussionen untersucht der vorliegende Beitrag aus einer kulturwissenschaftlichen Perspektive anhand eines partizipativ geplanten Wiener Wohnprojekts aus den 1980er Jahren, wie sich Utopien des Wohnens materialisierten und wie im Laufe der Jahre damit umgegangen wurde. Am Beispiel des Ideals der baulichen Flexibilität der Wohneinheiten, die sich in ihrer Größe den wandelnden Bedürfnissen wachsender und schrumpfender Familien im zeitlichen Verlauf anpassen sollten, wird gezeigt, wie diese Möglichkeiten in der Wohnpraxis genutzt wurden, aber auch an welche materiellen und sozialen bzw. kulturellen Grenzen sie stießen. Mit dem Raummodell Henri Lefèbvres betrachtet, ruft diese Fallanalyse dazu auf, den komplexen Wechselbezügen zwischen konzipiertem, wahrgenommenem und gelebtem Raum Rechnung zu tragen und ihre Veränderungen über die Zeit hinweg zu berücksichtigen. Es wird deutlich, dass der konkrete Umgang mit dem gebauten Raum nicht eindeutig vorhersehbar ist, auch wenn dessen Nutzer und Nutzerinnen an der Planung beteiligt waren.


Literaturhinweise



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