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Religiosität und Fertilität: Eine empirische Untersuchung des Einflusses von Religiosität auf Elternschaft und Kinderzahl

Tim Sandmann, Klaus Preisner

Abstract


Leseprobe

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Zusammenfassung

Anhand der Daten der Allgemeinen Bevölkerungsumfrage der Sozialwissenschaften von 2012 wird für Ost- und Westdeutschland der Einfluss christlicher Religiosität auf a) die Wahrscheinlichkeit der Elternschaft und b) die Anzahl der Kinder mithilfe von Poisson-Logit-Hurdle-Modellen untersucht. Religiosität wird hierbei anhand des mehrdimensionalen Konzepts der Zentralität nach Huber gemessen. Zunächst wird geprüft, ob Religiosität einen Effekt auf Elternschaft und die realisierte Kinderzahl hat, was nur in Westdeutschland der Fall ist. Schließlich wird untersucht, über welche Mechanismen die vorgefundenen Effekte vermittelt werden, wobei als Mediatoren Kindernutzen, Fertilitätsnormen, Bewertung von Geburtenkontrolle, Geschlechterrollen sowie Eheaffinität berücksichtigt werden. Die Mediationsanalysen für Westdeutschland deuten darauf hin, dass religiöse Personen vor allem aufgrund ihrer stärkeren Präferenz für die Ehe häufiger den Übergang zur Elternschaft vollziehen. Obwohl die Mediatoren die erwarteten Zusammenhänge mit Religiosität und Familiengröße aufweisen, kann die höhere Kinderzahl religiöser Personen kaum mit den verwendeten Mediatoren erklärt werden.

Schlagwörter: Religiosität, Konfession, Fertilität, Hurdle-Models, Fertilitätsnormen, Nutzen von Kindern, Ehe, Geburtenkontrolle, Geschlechterrollen

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Religiousness and fertility: An empirical investigation of the effect of religiousness on parenthood and number of children

Abstract

The effect of religiosity on a) the likelihood to have children, and b) the number of children is analyzed for East- and West-Germany using the Allgemeine Bevölkerungsumfrage der Sozialwissenschaften 2012 data and poisson-logit hurdle models. Religiosity is measured with Huber and Huber’s multidimensional concept of centrality. At first, the effect of religiosity on the likelihood to have children and the number of children is analyzed for East and West Germany – showing that religiosity influences fertility only in West Germany. Finally, mediator variables such as value of children, fertility norms, opinion on birth control, traditional gender roles as well as marriage patterns are used to explain why centrality increases fertility in West Germany. The analyses show that religious persons are more likely to have children, in particular because they more often marry. Although the mediator variables show the expected correlations with religiosity and family size, the mediators hardly explain the greater number of children in religious people.

Keywords: religiosity, fertility, hurdle-models, fertility norms, value of children, marriage, birth control, gender roles

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Bibliographie: Sandmann, Tim/Preisner, Klaus: Religiosität und Fertilität: Eine empirische Untersuchung des Einflusses von Religiosität auf Elternschaft und Kinderzahl, ZfF, 3-2017, S. 298-318.
https://doi.org/10.3224/zff.v29i3.03

Literaturhinweise



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