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Die empirische Erschließung von Bildungsprozessen im biografischen Material mithilfe des integrativen Basisverfahrens

Julia Lipkina

Abstract


Leseprobe

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Zusammenfassung

Seit den späten 1980er Jahren finden sich in den Erziehungswissenschaften Versuche, den Gehalt des Bildungsbegriffs in empirische Forschung zu transferieren, wobei insbesondere das Konzept transformatorischer Bildung große Verbreitung gefunden hat. Dieser Entwurf ist jedoch aufgrund seiner Formalität und Enge sowie einer „Weltvergessenheit“ in die Kritik geraten, die wiederum Versuche anregte, die Verknüpfung von Bildungstheorie und Bildungsforschung neu- und weiterzudenken. Hier knüpft auch der vorliegende Beitrag an, der die Humbodlt’sche Figur der Entfremdung und Rückkehr aus der Entfremdung (vgl. Benner 1995) u.a. im Anschluss an die Identitäts- und Bildungstheorien von Taylor (1994), Buck (1981) und Stojanov (2006a) konkretisiert und Möglichkeiten aufzeigt, wie sie in lebensgeschichtlichen Erzählungen rekonstruiert werden kann. Das integrative Basisverfahren nach Kruse (2014), das im Rahmen erziehungswissenschaftlicher Forschung bisher kaum Beachtung gefunden hat, stellt dabei einen methodischen Zugang dar, nicht nur Selbst- und Weltbezug, sondern auch normative Dimensionen von Bildung in angemessener Weise zu berücksichtigen. Mit seinem Fokus auf mikrosprachliche Aspekte kann eine offene, intersubjektiv nachvollziehbare Interpretation realisiert und latente Sinnstrukturen in dem Datenmaterial erfasst werden, die auf spezifische Selbst-, Fremd- und Weltverhältnisse verweisen – der Einsatz von Analyseheuristiken (methodisch und inhaltlich) sensibilisiert für Spuren von Bildung in lebensgeschichtlichen Erzählungen und ermöglicht die Bewertung, ob es sich bei den rekonstruierten Deutungsmustern um Bildungsgestalten handelt.

Schlagwörter: Bildungsprozesse, Biografie, Integratives Basisverfahren, Rekonstruktive Forschung, Identität

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Analyzing Educational Processes in Biographical Data with the Instrument ‘Integratives Basisverfahren’

Abstract

Since the late 1980s there have been many attempts in Educational Science to transfer the substance of the educational concept in to empirical research, whereby the concept of transformational education in particular has got a wide spread. This draft has been criticized because of its formality, limitation and the lack of attention to the world, which has encourages attempts to rethink the relation between the theory of Bildung and empirical research on education. That leads to the following article, which recurring, inter alia, on Taylor’s (1994), Buck’s (1981) and Stojanov’s (2006) identity and education theories specifies Humboldt’s theory of alienation and return from alienation (cf. Benner 1995) and shows possibilities of reconstruction in biographical narratives. The Integrative Basisverfahren that has hardly been noticed in educational research is a methodical approach, which is not only able to give adequate consideration to the relation to self and world but also normative dimensions. With its focus on microlinguistic aspects it allows to implement an open, intersubjectively understandable interpretation and to measure latent structures of meaning in data material, which refers to a specific relation to our self, others and the world – the deployment of analytical (methodical and textual) heuristics sensitizes to the traces of Bildung in biographical narratives and allows the evaluation of reconstructed patterns, whether they are a formation of Bildung.

Keywords: Educational Processes, Biography, Integratives Basisverfahren, Reconstructive Research, Identity

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Bibliographie: Lipkina, Julia: Die empirische Erschließung von Bildungsprozessen im biografischen Material mithilfe des integrativen Basisverfahrens, ZQF, 1-2017, S. 137-152. https://doi.org/10.3224/zqf.v18i1.10

Literaturhinweise



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