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Zwanghafte Selbstverwirklichung? Zur Paradoxie der (Selbst-) Entfremdung im Neokapitalismus

Sam Schneider

Abstract


Zusammenfassung

Der vorliegende Beitrag versucht die Entfremdungskritik im Anschluss an Marx unter den postindustriellen Bedingungen des Neokapitalismus zu reformulieren. Dabei zeigt er auf, wie unter den Bedingungen einer zunehmenden Ökonomisierung und Flexibilisierung der Arbeitsorganisation der prominente und für die Marxsche Entfremdungsdiagnose ursächliche Widerspruch zwischen Kapital und Arbeit ins unternehmerische Subjekt verlagert wird, welches sich unter den neoliberalen Selbstverwirklichungsimperativen potentiell von sich selbst entfremdet. Entfremdung, so die These, wird unter den Bedingungen subjektivierter Arbeit paradoxerweise mittels ihres eigenes Gegenteils, folglich mittels Selbstverwirklichung, Authentizität und Autonomie, erfahren. Somit stehen das Subjekt und sein paradoxes Spannungsverhältnis zwischen seinen normativen Absichten nach Selbstverwirklichung und den kapitalistischen Verwertungsinteressen im Fokus der an der jüngeren Kritischen Theorie angelehnten Analyse. Schließlich wird der Versuch unternommen, die Entfremdungskritik von ihren theoretischen Mängeln zu befreien und diese in ihrem immanenten Doppelcharakter, als Einwand gegen die herrschenden Verhältnisse und zugleich als Legitimationsnarrativ des Bestehenden, zu reflektieren.

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Bibliographie: Schneider, Schneider: Zwanghafte Selbstverwirklichung? Zur Paradoxie der (Selbst-) Entfremdung im Neokapitalismus, Soziologiemagazin, 2-2017, S. 55-74. https://doi.org/10.3224/soz.v10i2.05

Literaturhinweise



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