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Der kostbarste Teil des Lebens. Selbstverlust als Utopie

Arthur Hoffmann

Abstract


Zusammenfassung
Rausch und Exzess lassen sich mit den Theorien des Collège de Sociologie im Rahmen des Festes als eine anthropologische Konstante mit eminent gesellschaftlicher Relevanz begreifen. Obwohl sich auch heute noch strukturelle Analogien zu den idealtypischen Festen archaischer Gesellschaften finden, kann weiterführend aus einer kulturökonomischen Perspektive aufgezeigt werden, dass sich die Funktion des Festes in der Gegenwartsgesellschaft gewandelt hat. So erscheinen Rausch und Exzess heute nicht mehr als das Andere des profanen gesellschaftlichen Lebens, sondern werden im Sinne der Optimierung des unternehmerischen Selbst in die ökonomische Rationalität integriert. Die Funktion des Festes geht aber über die kulturkapitalistische Adaption archaischer Überbleibsel hinaus: Mit der Fiktion von Rausch und Ekstase verspricht sich eine emotional-efferveszente Erlebnisqualität der Feste, die in der Gegenwartsgesellschaft aber de facto nicht (mehr) existiert. Damit wird die durch das Paradigma der Nutzenmaximierung vorangetriebene Sinnentleerung kaschiert und der gesellschaftliche Zusammenbruch, so die These des Beitrags, vorerst verhindert.

Schlagwörter: College de Sociologie; Theorie des Festes; Selbstverlust; Kulturindustrie; Techno

Literaturhinweise



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