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Auf dem Weg zu partizipatorischer Parität? – Überlegungen zur „Homo-Ehe“ im Anschluss an Frasers Theorie demokratischer Gerechtigkeit

Hannah Riede

Abstract


Zusammenfassung:

Die kürzliche Öffnung der Ehe in Irland und den USA für homosexuelle Paare hat in Deutschland erneut die Debatte um die rechtspolitische Neubestimmung von Ehe und Partnerschaft angefacht. Vor diesem Hintergrund diskutiert dieser Aufsatz, welchen analytischen Beitrag Nancy Frasers Gerechtigkeitstheorie zur Diskussion um die sogenannte „Homo-Ehe“ leisten kann. Fraser begegnet Fragen der Vielfalt mithilfe einer Synthese von normativer Kritischer Theorie und poststrukturalistischen Elementen. Mit der hieraus folgenden multidimensionalen Perspektive und dem normativen Maßstab der „partizipatorischen Parität“ wird ein Zugang jenseits identitätspolitischer Argumentation ermöglicht und demokratietheoretisch fundiert. Mit Fraser wird zudem ein pragmatisch gespeister Zugang vorgeschlagen, der die Bedingungen der Partizipation insbesondere im politischen Aushandlungsprozess sowie in den Arenen politischer Beteiligung und Entscheidungen auslotet. Damit wird der Blick auf jene Diskurse und Institutionen gelenkt, in denen Fragen der Gerechtigkeit und Bedürfnisse ausgehandelt handelt werden und in denen es gilt, In- und Exklusionsmechanismen aufzudecken.

Schlagwörter: Fraser; Kritische Theorie; Vielfalt; Homo-Ehe; partizipatorische Parität

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On the road to participatory parity?Thoughts on „same-sex-marriage“ using Nancy Frasers theory of democratic justice

Abstract:

The recent decisions in the US and Ireland to allow homosexual persons full access to the institution of marriage have once again triggered a debate in Germany about whether the legal foundations of marriage and civil partnership should be renegotiated. Against this backdrop, this essay discusses the contribution of Nancy Fraser’s theory of justice as an analytical approach to the debate about same-sex marriage, insofar as it provides a three-dimensional perspective and normative valuation standard beyond identity politics. The explanatory power of this approach derives from the fact that it specifically composes elements of normative critical theory and post-structuralism to deal with questions of diversity. Through the profoundly normative criterion of participatory parity insights into questions of democratic justice are obtained. Fraser suggests a pragmatic approach which takes into account participatory potential notably in the field of politics and therefore draws our attention to the political inclusion and exclusion in discourses and decisions within the democratic arena concerning justice and needs.

Keywords: Fraser; Critical Theory; Diversity; same-sex-marriage; participatory parity.

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Bibliographie: Riede, Hannah: Auf dem Weg zu partizipatorischer Parität? – Überlegungen zur „Homo-Ehe“ im Anschluss an Frasers Theorie demokratischer Gerechtigkeit, FZG, 1-2016, S. 81-97.
https://doi.org/10.3224/fzg.v22i1.7


Literaturhinweise



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