Rentner im Arbeiter- und Bauernstaat – Randgruppe in einer arbeitszentrierten Gesellschaft?

Steffen Otte

Abstract


Zusammenfassung

Dieser Aufsatz beleuchtet die Situation der Rentner in der arbeitszentrierten DDR-Gesellschaft. Es wird der Frage nachgegangen, welche Motivation leitend dafür war, dass so viele Rentnerinnen und Rentner in der DDR erwerbstätig blieben. Die Einbindung der Rentner in die Arbeitsgesellschaft DDR wird aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet. Dabei werden zum einen der ökonomische und zum andere der sozialpolitische Aspekt der Erwerbstätigkeit der Rentner untersucht. Der volkswirtschaftliche Nutzen der Arbeit über das Rentenalter hinaus spielt dabei ebenso wie die Aufbesserung geringer Rentenzahlung eine große Rolle. Sozialpolitische Betreuung der Veteranen durch die Betriebe sollte „häusliche Vereinsamung“ entgegenwirken, aber auch ganz praktisch die Essensversorgung der Rentner sichern. Die politische Integration war hingegen nur für einen kleinen Kreis von Rentnern von Bedeutung. Dennoch fußte die Bedeutung der Arbeit von Rentnern in der DDR auf einem tiefen proletarischen Selbstverständnis. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass trotz schlechterer Stellung gegenüber anderen Bevölkerungsgruppen Rentner in der DDR-Arbeitsgesellschaft integriert waren oder sich integriert fühlten.

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Bibliographie: Otte, Steffen: Rentner im Arbeiter- und Bauernstaat – Randgruppe in einer arbeitszentrierten Gesellschaft?, BIOS, 1+2-2014, S. 109-124. https://doi.org/10.3224/bios.v27i1-2.22121


Literaturhinweise



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