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Werden die Deutschen immer ärmer?

Walter Krämer

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Abstract


Zusammenfassung

Ja, wenn man dem Zweiten Armuts- und Reichtumsbericht der soeben abgelösten Bundesregierung glaubt. Nein, wenn man sich nach den Vereinten Nationen richtet. Diese nennen einen Menschen arm, der weniger als einen Dollar täglich zum Leben zur Verfügung hat. Nach einer Schätzung der Weltbank sind danach rund ein halbe Milliarde Menschen, darunter aber keine Deutschen, heute weltweit arm. Das ist nur noch die Hälfte der Zahl von 1980, aber schlimm genug. Die deutsche Bundesregierung dagegen definiert als arm, wer weniger als 60 Prozent des deutschen Durchschnittseinkommens zur Verfügung hat. Was man mit der Quote derjenigen, die weniger als 60% des Durchschnitts haben, also wirklich misst, ist weniger die Armut als die Ungleichheit. Auch die ist wohlfahrtsökonomisch schädlich, weil jede Umverteilung von arm auf reich unter sonst gleichen Umständen die gesellschaftliche Wohlfahrt steigert (der Reiche verliert in Nutzen gemessen weniger, als was der Arme gewinnt), hat aber mit Armut nichts zu tun. Denn wahre Armut kann man nur verringern, indem man den Armen etwas gibt, nicht, indem man den Reichen etwas nimmt.

Schlagwörter: Armut, Reichtum, Soziale Ungleichheit, Gerechtigkeit, Statistik


Literaturhinweise