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Dezentralisierung in Frankreich. Ende der „Unteilbaren Republik“?

Sabine Kuhlmann

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Abstract


Zusammenfassung

Der vorliegende Beitrag befasst sich mit den Folgewirkungen der Dezentralisierung in Frankreich und ordnet diese in den europäischen Kontext ein. Im internationalen Vergleich gilt das französische System traditionell als eines der am stärksten zentralisierten Verwaltungsmodelle. Vor diesem Hintergrund kann es als ein besonders instruktiver Fall einer Staatsreform angesehen werden, deren Bilanzierung hier versucht werden soll. Im Mittelpunkt der Betrachtung steht die Variante der politischen Dezentralisierung, die sich dadurch auszeichnet, dass nicht nur staatliche Aufgaben auf die lokale Selbstverwaltungsebene übertragen, sondern der gewählten Vertretungskörperschaft (conseil municipal/ général) auch politische Beschluss- und Kontrollrechte im Hinblick auf die jeweilige Aufgabe eingeräumt werden. Analytisch verfolgt der Beitrag zwei Ziele: Zum einen soll nach einem kurzen Rückblick auf die wichtigsten Dezentralisierungsschritte die Frage diskutiert werden, ob das operative Dezentralisierungsziel der französischen Regierung „faire mieux avec moins“ (mit weniger Ressourcen besserer Leistungen erzielen) erreicht wurde. Zum anderen werden die weiterreichenden „Systemwirkungen“ der Dezentralisierung betrachtet und soll der Wandel des jakobinisch-zentralistischen Politik- und Verwaltungssystems hin zu einer „teilbaren“ Republik mit gestärkten dezentralen Akteuren bilanziert werden.

Schlagworte: Dezentralisierung, Institutionenpolitik, Staatsreform, Kommunalverwaltung, Frankreich

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Decentralization in France. The End of the „Indivisible Republic“?

Abstract

This article deals with the effects of decentralization in France and seeks to rank them in the European context. In comparative perspective, the French system is traditionally regarded as one of the most centralized administrative models in the world. Against this background, it appears to be a very instructive case of a State reform, the results of which are being analyzed here. The focus is on political decentralization, meaning that not only additional tasks are devolved from the State to the local governments, but also political decision-making competencies granted to the local councils (conseil municipal général) referring to these tasks. Analytically, this contribution pursues two major goals: First, after briefly recalling the most significant steps of decentralization, the question will be taken up as to whether the objective of the French government „faire mieux avec moins“ (doing better with less) has been obtained, thus scrutinizing the operational results of the reform. Second, the more far-reaching system effects of decentralization are being considered focussing on the transformation of the unitary jacobinic state into a “divisible republic” with strengthened decentralized actors.

Keywords: Decentralization, Institutional Policy, Reform of the State, Local/Sub-national Government/Administration, France

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Bibliographie: Kuhlmann, Sabine: Dezentralisierung in Frankreich. Ende der „Unteilbaren Republik“?, dms – der moderne staat – Zeitschrift für Public Policy, Recht und Management, 1-2008, S. 201-220.
https://doi.org/10.3224/dms.v1i1.10


Literaturhinweise