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Eine intersektional-feministische Perspektive für die Klimabewegung: Zur Anerkennung und Wertschätzung (marginalisierter) Stimmen von Black, Indigenous und Women of Color

Sheena Anderson

Volltext: PDF

Abstract


Leseprobe

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Zusammenfassung

Die Klimakrise trifft nicht alle gleich, ganz im Gegenteil. Sie unterscheidet nach race, Gender, geografischem Standort, soziökonomischem Hintergrund, Alter, körperlicher Einschränkung und vielen anderen Kategorien. Am Beispiel von Black, Indigenous und Women of Color (BIWoC) zeigt dieser Beitrag auf, dass einerseits eine besondere Betroffenheit marginalisierter Gruppen in Bezug auf die Klimakrise besteht und andererseits es genau BIWoC sind die nicht nur führende Rollen in der Klimabewegung einnehmen, sondern von deren spezialisiertem Wissen, basierend auf ihrer intersektionalen Unterdrückung, ihrem (Überlebens-)Kampf und ihrer Art Wissen zu produzieren und weiterzugeben, die Klimabewegung auf ungeahnte Weise lernen kann. Anders als häufig angenommen, ist die Klimabewegung im weiten Sinne nicht „zu weiß“, sondern es sind tatsächlich Black, Indigenous und People of Color, die diese Bewegung seit Jahrzehnten prägen. Es wird Zeit, dass sie die Anerkennung und Wertschätzung erhalten, die ihnen gebührt. Auf eine kurze Analyse der Ursprünge intersektionalen Feminismus in Schwarzen Feminismen und den Kämpfen Schwarzer Frauen folgen in diesem Beitrag theorie-basierte und durch Interviews mit BIWoC Klimaaktivistinnen gewonnene intersektional-feministische Guidelines für die Klimabewegung. Sie sind ein Angebot, um der Klimabewegung zu einer Vision zu verhelfen, in ihrem Protest die Verwobenheit und gegenseitige Bedingung globaler Herausforderungen zu berücksichtigen; anzuerkennen, dass diese unterschiedlichen Auswirkungen für marginalisierte Menschen haben und den Schutz von Menschen sowie der Umwelt gleichermaßen in den Vordergrund zu rücken. Um der Klimakrise die Stirn zu bieten, bedarf es einer radikalen Systemveränderung, Klimagerechtigkeit bildet die anzuwendende Strategie und Intersektionaler Feminismus liefert die Perspektive zur Umsetzung.

Schlagwörter: Schwarze Feminismen, Intersektionalität, Klimagerechtigkeit, intersektional-feministische Guidelines für die Klimabewegung

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Proposing an intersectional feminist perspective for the climate movement: Listening to and valuing the (marginalized) voices of Black, Indigenous and Women of Color

Abstract

The climate crisis does not affect us equally, quite the contrary. She distinguishes between race, gender, geography, socioeconomic background, age, (dis)ability and many more. Taking Black, Indigenous and Women of Color (BIWoC) as an example, this article shows that on the one hand, there is a specific vulnerability many marginalized people are facing in terms of the climate crisis and, on the other hand, that it exactly BIWoC who are leaders within the climate movement. Based on their specialized knowledge, intersectional oppression, fight for survival and particular ways to produce knowledge, the climate movement can use the guidance of BIWoC. Unlike often assumed, in a wider sense, the climate movement is not “too white” – it has actually been Black, Indigenous and Women of Color who have been shaping the movement for decades. It is about time they receive the appreciation and recognition they deserve. After a short analysis of intersectional feminism being based in Black feminism and the struggle of Black women, this article proposes intersectional feminist guidelines for the climate movement, based on theoretical-conceptual analysis and interviews with BIWoC climate activists. These guidelines are an offer to help the climate movement form a vision to focus its protest on the consideration of the interdependence of global challenges; recognize that the climate crisis does not affect us equally and finally, equally prioritize the protection of the people and the planet. To tackle the climate crisis, we need system change, climate justice is the proper strategy and intersectional feminism provides the perspective for a successful implementation.

Keywords: Black feminism, intersectionality, climate justice, intersectional feminist guidelines for the climate movement

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Bibliographie: Anderson, Sheena: Eine intersektional-feministische Perspektive für die Klimabewegung: Zur Anerkennung und Wertschätzung (marginalisierter) Stimmen von Black, Indigenous und Women of Color, Femina Politica – Zeitschrift für feministische Politikwissenschaft, 2-2021, S. 64-79.
https://doi.org/10.3224/feminapolitica.v30i2.06

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Literaturhinweise