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Soziale Aufstiege durch Migration. Lassen sich globale Ungleichheiten durch fallvergleichende qualitative Forschung rekonstruieren?

Anja Weiß, Ariana Kellmer

Abstract


Leseprobe

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Zusammenfassung

Eine Analyse globaler Ungleichheiten kann nicht im Rahmen des Nationalstaats erfolgen. Zentral ist vielmehr das Verhältnis zwischen den Ressourcen von Personen und den vielfältigen – auch transnationalen – Kontexten, in denen die Ressourcen Wert gewinnen. Der Artikel zeigt an Fallvergleichen zwischen Süd-Nord-Migrant_innen, die ihre soziale Lage im Zuge der Migration deutlich verbessern konnten, wie diese an eine Vielzahl von Kontexten anschließen und so strukturelle Hürden überwinden. Dabei wird analytisch zwischen sozial differenzierten, politisch umkämpften und territorial gebundenen Kontextrelationen unterschieden werden. Da diese Kontextrelationen oft transnational sind, wird eine Methode wie die hier verwendete Dokumentarische Methode benötigt, die Kontextrelationen nicht nur über Selbstpositionierungen und den Lebensmittelpunkt einer Person erfasst, sondern die auch implizite Lagerungsähnlichkeiten rekonstruiert. Mit Hilfe (trans-)nationaler Vergleichsstrategien analysiert der Beitrag das komplexe Verhältnis von Personen zu (trans-)nationalen ungleichheitsrelevanten Kontexten und die daraus resultierenden Lebenschancen.

Schlagwörter: Globale Ungleichheit, soziale Mobilität, Qualitative Methoden, Migration, Rassismus

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Social mobility and migration. Global inequalities viewed through the lens of qualitative case comparison

Abstract

The analysis of global inequalities must move beyond the nation-state frame and consider the – potentially transnational – contexts in which the resources of persons gain value. The article uses case comparisons between South-North migrants, who were able to significantly improve their social position in the course of migration, in order to show how they overcome structural barriers by connecting to a variety of contexts. Analytically we distinguish socially differentiated, politically contested and territorially bounded context relations. Considering that context relations often have a transnational scope, we need a method such as the documentary method used in this article, which reconstructs context relations not only from self-identification and place of residence, but also from implicit habitual homologies. With the help of multiple (trans-)national comparison the article shows how the complex relationship between persons and (trans-)national contexts promotes or obstructs social mobility.

Keywords: Global inequalities, social mobility, qualitative research methods, migration, racism

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Bibliographie: Weiß, Anja/Kellmer, Ariana: Soziale Aufstiege durch Migration. Lassen sich globale Ungleichheiten durch fallvergleichende qualitative Forschung rekonstruieren?, ZQF – Zeitschrift für Qualitative Forschung, 1-2/2018, S. 97-112. https://doi.org/10.3224/zqf.v19i1-2.07


Literaturhinweise



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