Agency und Sozialpädagogische Familienhilfe. Rekonstruktion einer transgenerationalen Perspektive am Beispiel der Familie Brause

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Julia Hille

Abstract

Der Beitrag untersucht auf Basis einer fallrekonstruktiven Analyse, wie sich Agency in Familien gestaltet, die über lange Zeiträume hinweg in Sozialpädagogische Familienhilfe (SPFH) eingebunden sind. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Handlungsfähigkeit unter Bedingungen sozialer Ungleichheit und institutioneller Einbettung hervorgebracht, transformiert oder begrenzt wird. Anhand eines Fallbeispiels wird herausgearbeitet, wie sich Hilfeprozesse im familialen Alltag normalisieren, welche transgenerationalen Deutungsmuster im Umgang mit Institutionen wirksam sind und wie Hilfeangebote sowohl als entlastend als auch kontrollierend erlebt werden. Die Ergebnisse zeigen, dass sich eine alltagspraktische, relationale Form von Agency herausbildet, die auf die pragmatische Navigation innerhalb verfügbarer Strukturen zielt. SPFH wird nicht als temporäre Maßnahme, sondern als dauerhafte Ressource begriffen, wobei handlungsermächtigende Strategien vor allem im Umgang mit stationären Hilfen sichtbar werden. Der Beitrag diskutiert diese Befunde im Kontext von Transgenerationalität und plädiert für eine struktur- und generationensensible Perspektive in der sozialpädagogischen Praxis und Forschung.

Schlagwörter: Transgenerationalität, Agency, Familie, Sozialpädagogische Familienhilfe, Soziale Ungleichheit

Bibliographie: Hille, Julia: Agency und Sozialpädagogische Familienhilfe. Rekonstruktion einer transgenerationalen Perspektive am Beispiel der Familie Brause, ZQF – Zeitschrift für Qualitative Forschung, 1-2026, S. 90-103.

Artikel-Details

Erscheinungsdatum: Juni 2026
Open Access ab: 18.06.2028
Open-Access-Lizenz: CC BY 4.0

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