Die eigene Biographie entwerfen – „Doing Biography“ in digitalen Kindheiten. Mediale Praktiken biographischer Konstruktionen in familialen Alltagswelten kamera-ethnographisch erforschen
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Abstract
In digitalen Kindheiten (Wiesemann et al. 2020) gewinnt das Visuelle in Bezug auf vielfältige Identitätspraktiken umfassende Bedeutung. Dies wirft die Frage danach auf, welche methodischen und methodologischen Konsequenzen visuelle und visualisierende Praktiken im Familienalltag mit sehr jungen Kindern für deren empirische Erforschung haben. Was bedeutet es für die Medienpraktiken des Forschens, wenn etwa die wechselseitige Hervorbringung von Lebensgeschichten im Familienalltag fortlaufend visuelle Medienpraktiken involviert? Ausgehend von den bisherigen Ergebnissen der Langzeitstudie (2016–2027) zum Aufwachsen der Kinder mit dem Smartphone geht es darum aufzuzeigen, wie die vielfältigen visualisierenden Medienpraktiken der Familienmitglieder das ‚doing biography‘ in neuer digitalisierter Weise gestalten. Dabei lässt sich beobachten, wie Biographie in sich verändernden Identitätspraktiken der frühen digitalen Kindheit von Anfang an hervorgebracht wird. Es wird deutlich werden, dass Biographien sich nicht nur in der Rückschau verändern, sondern dass vielmehr die Verwobenheit unterschiedlicher zeitlicher Dimensionierungen, die in der Interaktion mit digitalen Medien hervorgebracht wird, die Weisen verändert, wie Biographie angelegt wird. Der Beitrag entwickelt auf dieser Grundlage methodologische Perspektiven, die sich zu den wandelnden Schnittstellen zwischen situierter Praxis und biographischer Strukturbildung unter den Bedingungen von Aufwachsen in der digitalen Welt ins Verhältnis setzen und sie theoretisch reflektieren.
Bibliographie: Vogelpohl, Astrid/Wiesemann, Jutta: Die eigene Biographie entwerfen – „Doing Biography“ in digitalen Kindheiten. Mediale Praktiken biographischer Konstruktionen in familialen Alltagswelten kamera-ethnographisch erforschen, ZQF – Zeitschrift für Qualitative Forschung, 1-2026, S. 104-123.
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