Oswald Spengler und die Widersprüche der wirtschaftspolitischen Positionen in der Neuen Rechten

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Martin Hauff

Abstract

Die Neue Rechte und auch die Alternative für Deutschland (AfD) befinden sich in einem Konflikt zwischen sozial-patriotischen und rechts-libertären Richtungen. Auch einzelne Autoren sind durch ein Spannungsverhältnis zwischen Staatsabsolutierung und Staatskritik geprägt. Diese Ambivalenz ist nicht zufällig, sondern zeigt sich auch bei Rechtsintellektuellen der Weimarer Republik, besonders bei Oswald Spengler, auf den sich die Neue Rechte explizit bezieht. Spengler prägte das Schlagwort des preußischen Sozialismus, wendete sich gegen Liberalismus und Finanzkapitalismus, kritisierte aber zugleich die Steuerbelastung von Unternehmen, den Sozialstaat und die Gewerkschaften. Durch eine Rekonstruktion von Spenglers Begründungsversuchs seines autoritären Wirtschaftsdenkens, das durch sich widersprechende Aspekte geprägt ist, lassen sich wirtschaftspolitische Positionen der Vertreter der Neuen Rechten historisch-systematisch einordnen und die Konflikte innerhalb der AfD besser einschätzen.

Schlagwörter: Oswald Spengler, Preußischer Sozialismus, Neue Rechte, AfD, rechter Libertarismus, solidarischer Patriotismus

Bibliographie: Hauff, Martin: Oswald Spengler und die Widersprüche der wirtschaftspolitischen Positionen in der Neuen Rechten, ZRex – Zeitschrift für Rechtsextremismusforschung, Nr. 1-2026, S. 106-121.

Artikel-Details

Erscheinungsdatum: März 2026
Open-Access-Lizenz: CC BY 4.0

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