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Geschlechterdifferenz, Geschlechterpolarität und „Geistige Mütterlichkeit“ – systemtheoretisch beobachtet

Yvonne Ehrenspeck

Abstract


Abstracts
Die in zahlreichen Rekonstruktionen der Professions- und Disziplingeschichte der Sozialpädagogik konstatierte Bedeutung geschlechterpolarisierender und kulturkritischer Diskursmuster für die Legitimierung und Ausdifferenzierung
sozialpädagogischer Beruflichkeit zu Beginn des 20. Jahrhunderts wird vor dem Hintergrund neuerer Forschungen zur systemtheoretischen Analyse der Implikationen des Primats funktionaler Differenzierung der Gesellschaft in der
Moderne für die Kategorie Geschlecht als gesellschaftlicher Ordnungskategorie diskutiert. Diese Frage nach dem Implikationszusammenhang von moderner Gesellschaftsstruktur und Transformation der Gendersemantik seit dem ausgehenden
18. Jahrhundert wird in Beziehung gesetzt zu der in der historischen Genderdiskursforschung bislang vernachlässigten Diskursfigur der „Negativen Andrologie“ (Kucklick 2008). Es wird gezeigt, wie diese moderne Diskursfigur
genderbezogene Inklusionsmuster und Topoi wie „Geistige Mütterlichkeit“ in besonderem Maße befördert sowie paradoxe Implikationen für die Inklusion von Frauen in Teilsysteme der modernen Gesellschaft nach sich gezogen hat.

Gender difference, gender polarity and „mental motherliness“– system-theoretical observations
In this article, the importance of gender polarity patterns found in numerous reconstructions regarding the historical development of educational science, which were used to legitimate and differentiate social pedagogical professionalism in the early 20th century, will be
discussed against the background of recent research drawing on system theoretical analyses of the implications brought about by functional differentiation in modern society for the category of gender as an organizational device. This question, regarding the correlation between
modern social structure and the transformation of the semantics of gender since the late 18th century, will be related to a neglected representation in historical gender research, the “negative andrology” (Kucklick 2008). How this representation in modern discourse
promotes gender-related patterns of inclusion and topoi such as “mental motherliness” will become apparent, together with the paradoxical implications for the inclusion of women in subsystems of modern society which followed.

Literaturhinweise



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