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„Es ist eher so, dass wir miteinander konkurrieren“: Außerschulische Bildungsprojekte für ‚Geflüchtete‘ im Kontext von ‚EU-Türkei-Deal‘ und New Educational Governance

Ellen Kollender

Volltext: PDF

Abstract


Leseprobe

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Zusammenfassung

Der Beitrag präsentiert Ergebnisse einer diskurstheoretisch informierten Analyse der Bildungsprogramme und -projekte sowie (Selbst-)Verständnisse (inter-)nationaler (Nichtregierungs-)Organisationen, die im Kontext des ‚EU-Türkei-Deals‘ entstanden sind. Mit Fokus auf den türkischen Bildungsraum wird nachvollzogen, dass und wie sich die Organisationen an Logiken einer New Educational Governance orientieren, die sich im Zuge neoliberaler Transformationsprozesse und hiermit verschwimmender Grenzen zwischen Staat, Markt und Zivilgesellschaft in den letzten Jahrzehnten herausgebildet haben. Diese Orientierung zeigt sich u. a. im Bestreben der Organisationen, ‚Partnerschaften‘ mit dem Privatsektor einzugehen, dabei Bildungsprojekte an den Interessen des (Arbeits-)Marktes auszurichten sowie einer starken Output- und Evidenzorientierung der Akteur:innen. Diese Eingebundenheit ins internationale Bildungsregime kann nicht nur der Bildung solidarischer Bündnisse im Feld von Flucht und Bildung entgegenlaufen; sie prägt auch Bildungs- und Zielgruppenverständnisse, die subtilen (Bildungs-)Ausschlüssen von ‚geflüchteten Kindern und Jugendlichen‘ Vorschub leisten – von den Akteur:innen jedoch nicht unhinterfragt bleiben.

Schlüsselwörter: Internationales Bildungsregime, New Educational Governance, Flucht, Türkei, Europäische Union, Nichtregierungsorganisationen

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“It’s more like we are competing with each other”: Non-formal education projects for ‘refugees‘ in the context of the ‘EU-Turkey Deal‘ and New Educational Governance

Summary

This article presents the results of a discourse-theoretically informed analysis of the educational programs, projects and (self-)perceptions of (inter-)national (non-governmental) organizations which have been developed in the context of the ‘EU-Turkey Deal‘. Focusing on the Turkish educational context, the paper traces that and how the organizations are oriented towards logics of a New Educational Governance, which has emerged in the course of neoliberal transformation processes and herewith associated blurring boundaries between state, market and civil society in the last decades. This can be seen, among other things, in the organizations’ efforts to enter into ‘partnerships‘ with the private sector, thereby aligning educational projects with the interests of the (labour) market, as well as in a strong output and evidence orientation of the actors. This involvement in the international education regime not only may run counter to the formation of solidarity-based alliances in the field of forced migration and education, it also shapes understandings of education and target groups that promote subtle (educational) exclusions of refugee children and youth – yet do not remain unquestioned by the actors.

Keywords: International Education Regime, New Educational Governance, Forced Migration, Turkey, European Union, Non-Governmental Organizations

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Bibliographie: Kollender, Ellen: „Es ist eher so, dass wir miteinander konkurrieren“: Außerschulische Bildungsprojekte für ‚Geflüchtete‘ im Kontext von ‚EU-Türkei-Deal‘ und New Educational Governance, Zeitschrift für erziehungswissenschaftliche Migrationsforschung (ZeM), 1-2022, S. 25-41. https://doi.org/10.3224/zem.v1i1.03


Literaturhinweise