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Das Profil der Täterin – neue Monsterheldinnen im Horrorgenre

Julie Miess

Abstract


Zusammenfassung

Die Vorstellung der passiv-friedfertigen Frau und des aktiv-aggressiven Mannes findet nicht nur in den traditionellen Bildern des männlichen Schurken und der Opferheldin Ausdruck, sondern wird implizit selbst in den wegweisenden kulturkritischen Werken Klaus Theweleits und Elisabeth Bronfens sichtbar, die ihr Erkenntnisinteresse zuerst auf männliche Subjektpositionen – Männerfantasien – richten. Sie führt in Gattungstheorien zu Ausblendungen und drückt sich in Klischees von Mütterlichkeit und weiblicher Zurückhaltung im Arbeitsleben mit realer Wirkung aus. Ausgehend von Figuren wie der Täterin Nike im Roman Die Hirnkönigin der deutschsprachigen Autorin Thea Dorn zeichne ich die kulturelle Wandlung von der Opferheldin zur Monsterheldin nach – zu einer Figuration, die auf neue Möglichkeiten der Identifikation und auf die Notwendigkeit verweist, die Zusammenhänge von Gender, Genre und Gewaltdarstellung neu zu diskutieren.

Schlüsselwörter: Monster, Horrorgenre, Autorschaft, Geschlechterstereotype, Gewaltdarstellung, Aggression, Kulturkritik

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The Female Culprit’s Profile: New Female Monster-Heroes in the Horrorgenre

Summary

The idea of passive-placid femininity and active- aggressive masculinity does not only become evident in traditional representations of male Gothic villains and female victim-heroes; it is also implicitly evident in works of cultural criticism that have become classics. Klaus Theweleit and Elisabeth Bronfen first of all focus on male subject positions, “male fantasies”. Until today, the idea of women being less aggressive has led to their exclusion from genre theories and affects everyday life, from clichés of devoted motherhood to inequalities in employment. By analyzing characters such as the female serial killer Nike in Thea Dorn’s novel Die Hirnkönigin [‘the brain queen’], I would like to show a cultural shift from female victim-hero to female monsterhero. In representations of the female monster-hero, new possibilities of identification become exemplary, as well as the need to rediscuss the relation between gender, genre and images of violence.

Keywords: Monster, Horror Genre, Authorship, Gender Stereotypes, Depictions of Violence, Aggression, Cultural Criticism


Literaturhinweise



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