Der Mann im Sperma. Zum Verhältnis von Männerkörpern und männlichen Keimzellen in der Reproduktionsmedizin

Kathrin Zehnder

Abstract


Zusammenfassung

Der Beitrag beleuchtet männliche Körper und deren leibliche Realität im Labor der Reproduktionsmedizin. Es wird der Frage nachgegangen, ob nicht ‚der Mann‘, sondern lediglich sein Sperma Gegenstand medizinischer Untersuchungen ist. Im reproduktionsmedizinischen Labor treten männliche Leiberfahrungen vor allem bei der Spermiengewinnung stark in Erscheinung. Mit der Spermienanalyse geraten der Männerleib und -körper wieder in den Hintergrund und bleiben auch bei der Zeugung weitgehend absent. Die Spermien selbst werden nach der Abtrennung vom Männerkörper zur vulnerablen Substanz, die eines besonderen Schutzes bedarf. Mit dem Verfahren der intrazytoplasmatischen Spermieninjektion bekommt das einzelne Spermium zudem eine bemerkenswerte Bedeutung und erhält selbst eine Art Körperlichkeit.

Schlüsselwörter: Männerkörper, Leiberfahrung, Körperwissen, Sperma, Reproduktionsmedizin

-----

Male bodies and sperm. Relations between male (lived) bodies and male germ cells in assisted reproduction.

Summary

This article investigates the male body and the male lived body in the laboratory of assisted reproduction. The question is considered of the absence of ‘the male’ in medical analysis and whether the focus is only on the sperm. In the reproduction laboratory the lived male body emerges only in the context of sperm collection. Later, when semen is analysed, the male (lived) body disappears and does not appear again, not even in the fertilisation process. The sperms themselves become a vulnerable substance that needs special protection. In the context of intracytoplasmic sperm injection the individual sperm becomes remarkably signifi cant and achieves a certain corporeality.

Keywords: male body, lived body, body knowledge,sperm, assisted reproduction

-----

Bibliographie: Zehnder, Kathrin: Der Mann im Sperma. Zum Verhältnis von Männerkörpern und männlichen Keimzellen in der Reproduktionsmedizin, GENDER, 1-2014, S. 111-126. https://doi.org/10.3224/gender.v6i1.18113


Literaturhinweise



Volltext: PDF