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„Ich verstehe jetzt ein bisschen, wenn mein Enkel mir was erklärt. Jetzt sagt er nicht gleich ‚Ach Oma, du verstehst das nicht‘“ – Erste Ergebnisse eines Forschungs-Praxis-Projektes gegen soziale Isolation und digitale Exklusion älterer Menschen

Britta Thege, Juliane Köchling-Farahwaran, Sonja Bröm

Abstract


Leseprobe

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Zusammenfassung

Ein großer Teil der Senior*innen in Deutschland zählt zu den Offliner*innen. Geringe oder fehlende Digitalkompetenz in einer sich zunehmend digitalisierenden Gesellschaft birgt das Risiko, sozial abgehängt zu werden. Insbesondere für Frauen gibt es hierbei Benachteiligungen, die im Zusammenhang mit Prozessen von Doing Gender/Doing Age und dem Zusammenspiel von Zuschreibung, Darstellung und Anerkennung stehen. Das Forschungs-Praxis-Projekt Connect-ed – Wege aus der sozialen Isolation im Kontext Neuer Medien nimmt sich der Problembereiche der sozialen Isolation und digitalen Exklusion in den Lebenssituationen älterer Menschen mit einem innovativen Weiterbildungskonzept an, das zwischenmenschliche Begegnungen im realen wie virtuellen Raum verbindet. Eine erste Auswertung der empirischen Daten, die durch Fragebögen, Netzwerkkarten und Gruppendiskussionen gewonnen wurden, ergab, dass sich im Rahmen der Weiterbildung das Wohlbefinden der Teilnehmerinnen deutlich steigerte und der Wissenserwerb im Bereich der Neuen Medien zu einem Zugewinn an Selbstständigkeit und Selbstvertrauen führte. Allerdings können digitale Netzwerke reale Begegnungen und Austausch nicht ersetzen.

Schlüsselwörter: Ältere Frauen, Soziale Isolation, Digitalkompetenz, Internet, Soziale Netzwerke, Wohlbefinden

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“Now I understand a little when my grandson explains something to me. Now he doesn‘t immediately say ‘Oh Grandma, you don‘t understand’” – First results of a research-practice project against the social isolation and digital exclusion of elderly people

Summary

A large proportion of senior citizens in Germany, especially women, are what are known as “offliners”. In an increasingly digitalized society, little or no digital literacy is linked to the risk of being left behind socially. For women in particular there are disadvantages owed to the processes of doing gender/doing age and the interplay between attribution, representation and recognition. The researchpractice project Connected – Ways Out of Social Isolation in the Context of New Media addresses the problem areas of social isolation and digital exclusion in the life situations of elderly people by means of an innovative training concept which combines interpersonal encounters in the real and virtual spaces. A first analysis of the empirical data based on questionnaires, network cards and group discussions showed that participants’ well-being increased significantly within the framework of the training course and what they learned about the new media led to increased independence and self-confidence. Nevertheless, digital networks cannot replace real encounters and interaction.

Keywords: elderly women, social isolation, digital literacy, internet, social networks, well-being

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Bibliographie: Thege, Britta/Köchling-Farahwaran, Juliane/Bröm, Sonja: „Ich verstehe jetzt ein bisschen, wenn mein Enkel mir was erklärt. Jetzt sagt er nicht gleich ‚Ach Oma, du verstehst das nicht‘“ – Erste Ergebnisse eines Forschungs-Praxis-Projektes gegen soziale Isolation und digitale Exklusion älterer Menschen, GENDER - Zeitschrift für Geschlecht, Kultur und Gesellschaft, 2-2019, S. 138-156. https://doi.org/10.3224/gender.v11i2.10


Literaturhinweise



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