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De/constructing spaces of queer fear: rassisierte und klassisierte Stadt- und Raumkonstruktionen am Beispiel Wien

Christine M. Klapeer, Karin Schönpflug

Volltext: PDF

Abstract


Leseprobe

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Zusammenfassung

Vor dem Hintergrund einer zunehmenden Ethnisierung und Rassisierung von Homo*-, Trans*- und Inter*phobie in öffentlichen und politischen Debatten gehen wir in diesem Beitrag der Frage nach, wie sich diese Diskurse und Deutungsmuster in queeren Aushandlungen und Wahrnehmungen des urbanen Raums materialisieren. Auf der Basis von ausgewählten Ergebnissen einer breit angelegten empirischen Auftragsstudie zu den Lebensbedingungen von Lesben, Schwulen, Trans*, Inter* und queeren Personen (LGBTIQs) in der Stadt Wien analysieren wir aus einer intersektionalrassismuskritischen und affektheoretischen Perspektive, welche Bezirke und Orte in der Stadt Wien von den Studienteilnehmer*innen aus welchen Gründen als Angsträume bzw. Gefahrenzonen für LGBTIQs wahrgenommen werden. Besonderer Fokus liegt dabei auf der Frage, ob die Identifizierung von Wiens klassischen Arbeiter*innenbezirken als Problembezirke für LGBTIQs als Manifestationen rassisierter und klassisierter Stadt- und Raumkonstruktionen gelesen werden können. Unser Beitrag diskutiert und situiert die Ergebnisse der Studie demnach im Kontext einer „Kolonialität des Städtischen“ (Ha 2017: 75) und etablierter kolonialer Genealogien und Grenzziehungen zwischen Zonen der (sexuellen) Entwicklung, Aufklärung und Moderne sowie ‚rückständigen‘ Räumen der Barbarei und Gewalt.

Schlagwörter: LGBTIQs, Rassismus, Ethnisierung, Postkoloniale Theorie, Stadtforschung, Homophobie

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De/constructing spaces of queer fear: racialized and classed spatial constructions of urbanity in Vienna

Summary

Homo*phobia, trans*phobia and inter*phobia are becoming increasingly racialized and ethicized in public and political debates. This article investigates how these discourses materialize in queer experiences and perceptions of urban spaces. Based on results taken from a broad-based empirical study of the living situation of lesbian, gay, trans*, inter* and queer people (LGBTIQs) in Vienna we explore which parts of the city are experienced as danger zones and which spaces give rise to fear, and why that is the case. Using an intersectional, race-critical and affect-theoretical approach we examine whether identifying Vienna’s working-class districts as problem areas for LGBTIQs can be read as queer manifestations of racialized and classed constructions of urban spaces. The article discusses and situates the results of the study in the context of the “coloniality of the city” (Ha 2017: 75) and reads them against the backdrop of colonial genealogies and borders between zones of (sexual) development, enlightenment and modernity versus “backward” spaces of savagery and violence.

Keywords: LGBTIQs, racism, ethnicization, postcolonial theory, urban studies, homophobia

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Bibliographie: Klapeer, Christine M./Schönpflug, Karin: De/constructing spaces of queer fear: rassisierte und klassisierte Stadt- und Raumkonstruktionen am Beispiel Wien, GENDER – Zeitschrift für Geschlecht, Kultur und Gesellschaft, 1-2020, S. 78-94. https://doi.org/10.3224/gender.v12i1.06


Literaturhinweise