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Wert und Herrschaft. Feministische Perspektiven auf die erzählte und nicht erzählte Geschichte der Wertbildung

Adelheid Biesecker, Uta von Winterfeld

Abstract


Leseprobe

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Zusammenfassung

Während Fragen der Wertbildung meist als ökonomische behandelt werden, wird in diesem Beitrag der Prozess der Wertbildung politisch und ökonomisch verstanden. Ein Prozess, der von Herrschaft geprägt und doppelseitig ist: Bewertung ist mit Entwertung ebenso verbunden wie die Eingrenzung der Einen mit der Ausgrenzung der Anderen. Diesen Mechanismus nennen wir „Externalisierung als Prinzip“. Die politik- und wirtschaftswissenschaftliche Konstruktion des externalisierenden Prinzips und die Herrschaftsformen seiner auch gewaltsamen Durchsetzung werden ideen- und theoriegeschichtlich bearbeitet. Feministische Analysen der klassischen Vertragstheorien und der Politischen Ökonomie zeigen: Die bürgerliche Gesellschaft und ihre Ökonomie werden durch Trennungen geprägt. Das wertvolle Dazugehörige ist angewiesen auf das als wertlos Ausgegrenzte. Es wird deutlich, dass die Geschichte mit der klassischen politischen und ökonomischen Theorie nicht zu Ende ist, sondern dass bis heute herrschaftsförmige Be- und Entwertungen als Mittel zur Krisenbewältigung eingesetzt werden.

Schlagwörter: Wertbildung, Externalisierung, Herrschaft, Theoriegeschichte, Care-Arbeit

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Value and domination. Feminist perspectives on told and untold stories about the generation of value

Summary

While questions around the generation of value are usually treated as economic, the process of value generation is here understood politically and economically. It is a twosided process marked by domination: evaluation is linked to devaluation just as much as the inclusion of some is linked to the exclusion of others. We call this mechanism the “principle of externalization”. The construction of the externalizing principle in the political and economic sciences, the forms of domination and its (at times violent) realization are discussed in the context of the history of political and economic theory. Feminist analyses of classical contract theories and political economy show that bourgeois society and its economy are marked by divisions. Valuable members of society are dependent on what is excluded for being worthless. What becomes clear is that history did not come to an end with classical political and economic theory, but that, to this day, domination-like devaluations are used as crisis management tools.

Keywords: Generation of value, externalization, domination, history of political and economic theory, care work

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Bibliographie: Biesecker, Adelheid/von Winterfeld, Uta: Wert und Herrschaft. Feministische Perspektiven auf die erzählte und nicht erzählte Geschichte der Wertbildung, GENDER – Zeitschrift für Geschlecht, Kultur und Gesellschaft, 1-2020, S. 111-126. https://doi.org/10.3224/gender.v12i1.08


Literaturhinweise



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