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Wirksamkeit marktförmiger Leistungsnormen in Karrierestrategien des wissenschaftlichen Nachwuchses der Frauen- und Geschlechterforschung

Heike Kahlert

Abstract


Leseprobe

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Zusammenfassung

Im Beitrag wird am Beispiel der Frauen- und Geschlechterforschung erörtert, wie sich die mit der Neoliberalisierung von Hochschule und Forschung verbundenen Leistungsnormen Publikationen, Drittmittelakquise und Internationalisierung in den Qualifizierungsprozessen und Karrierestrategien des wissenschaftlichen Nachwuchses im deutschen Wissenschaftssystem widerspiegeln und von diesem bewertet werden. Basierend auf einer qualitativen Inhaltsanalyse von 20 problemzentrierten Interviews mit Prä- und Postdocs in der Frauen- und Geschlechterforschung zeigt sich erstens, wie tief der wissenschaftliche Nachwuchs diese Leistungsnormen verinnerlicht hat, an ihnen leidet und zugleich mit ihrer Erfüllung ringt. Zweitens wird deutlich, dass sich die Frauen- und Geschlechterforschung hinsichtlich der Leistungsnormen in Bezug auf Wissenschaftskarrieren zwar kaum von anderen Disziplinen unterscheidet, deren Erfüllung aber für bestimmte Themenbereiche und Fragestellungen der Grundlagenforschung erschwert ist. Dies ist in ihrer Besonderheit begründet, zumeist als Element der etablierten Disziplinen und nur in Einzelfällen als eigene Disziplin institutionalisiert zu sein.

Schlagwörter: Wissenschaftskarrieren, Wissenschaftlicher Nachwuchs, Frauen- und Geschlechterforschung, Leistungsnormen, Neoliberalismus

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The effectiveness of economic performance norms in the career strategies of the next generation of academics in women’s and gender research

Summary

Using the example of women’s and gender research, the author discusses how performance norms inherent in publications, the acquisition of third-party funds and internationalization are reflected in the qualification processes and career strategies of the next generation of academics in the neoliberal science and higher education system in Germany and how they are rated by those academics. Based on a qualitative content analysis of 20 problem-centered interviews with predocs and postdocs in the field of women’s and gender research, the author shows, first, how deeply the next generation of academics has internalized these performance norms, how they suffer under them and struggle to fulfil them. Second, the author shows that women’s and gender research is hardly any different from other disciplines when it comes to performance norms. However, it is difficult to fulfil these norms in certain subjects and in regard to certain basic research questions. The reason for this is seen to be its specificity, given that it is generally institutionalized as one element of the established disciplines and is only a separate discipline in specific individual cases.

Keywords: academic careers, next generation of academics, women’s and gender research, performance norms, neoliberalism

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Bibliographie: Kahlert, Heike: Wirksamkeit marktförmiger Leistungsnormen in Karrierestrategien des wissenschaftlichen Nachwuchses der Frauen- und Geschlechterforschung, GENDER – Zeitschrift für Geschlecht, Kultur und Gesellschaft, 1-2020, S. 146-161. https://doi.org/10.3224/gender.v12i1.10


Literaturhinweise



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