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Von sorgend bis versorgt – Männlichkeitskonstruktionen hochaltriger Bewohner im Pflegeheim

Rafaela Werny

Volltext: PDF

Abstract


Leseprobe

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Zusammenfassung

Während sich der Perspektive sorgender Männer im Kontext der Care-Debatte verstärkt zugewendet wurde, stellt die Perspektive der Gepflegten auf Sorgearbeit im Pflegeheim eine Leerstelle dar. Der vorliegende Beitrag rückt anhand von zwei Fallbeispielen, Walter Probst (93) und Günther Schiffke (78), die Perspektive der pflegebedürftigen hochaltrigen Männer auf die geleistete Pflege und ihre Männlichkeitskonstruktionen in den Fokus. Dabei stehen das Verhältnis zwischen Pfleger*innen und Bewohner in der Pflegesituation sowie die Übernahme von Care-Aufgaben und die daraus resultierenden Männlichkeitskonstruktionen im Mittelpunkt. Während Walter Probst ,weibliche‘ und ,männliche’ Pflege verhandelt und die Aushandlung von Handlungsmacht in der Situation der Körperpflege schildert, kann Günther Schiffke durch die Übernahme von Care-Arbeit ein Näheverhältnis zu den Pfleger*innen herstellen. Das Material zeigt zum einen das stereotype Verständnis und die Reproduktion von Männlichkeit(en) und Weiblichkeit(en) in der Pflege der Bewohner. Zum anderen wird sichtbar, wie die Person im Pflegeheim durch die Übernahme von Care-Aufgaben einen Wandel hin zu fürsorglichem Verhalten vollzieht und damit auch veränderte Männlichkeitskonstruktionen einhergehen.

Schlüsselwörter: Männlichkeiten, Pflegeheim, Alter, Bewohner, Care

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Caring for and cared for – Constructions of masculinity among very old nursing home residents

Summary

While the focus of the care debate was increasingly placed on caring men and masculinity, the perspective of the men receiving care, especially in nursing homes, is still uncharted territory. This article is based on two case studies – one with Walter Probst (93) and one with Günther Schiffke (78) – and shows their perspective on the care they receive and on the constructions of masculinity in the care context. The focus is on the relationship between carers and residents in the care situation as well as on taking on care tasks and the resulting constructions of masculinity. While Walter Probst negotiates ‘male’ and ‘female’ care and describes the negotiation of agency in relation to body care, Günther Schiffke establishes a close relationship with the caregivers by taking on care work. The material, first, shows the stereotypical understanding and reproductions of masculinity and femininity and nego tiation of power in the care of residents. Second, it shows how, by taking on care tasks, nursing home residents can adopt new caring behaviour, a change that is accompanied by changed constructions of masculinity.

Keywords: masculinities, nursing home, aging, care receivers, care

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Bibliographie: Werny, Rafaela: Von sorgend bis versorgt – Männlichkeitskonstruktionen hochaltriger Bewohner im Pflegeheim, GENDER – Zeitschrift für Geschlecht, Kultur und Gesellschaft, 2-2022, S. 73-87.
https://doi.org/10.3224/gender.v14i2.06

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Literaturhinweise