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Wiedereinstieg mit Hindernissen – die Teilhabe von Frauen* mit Behinderung oder chronischer Erkrankung an Arbeit

Ingrid Jungwirth, Marziyeh Bakhshizadeh

Volltext: PDF

Abstract


Leseprobe

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Zusammenfassung

Dieser Beitrag untersucht den Wiedereinstieg von Frauen* mit Behinderung oder chronischer Erkrankung nach einer Unterbrechung als zentralen Übergang in der beruflichen Laufbahn in Zusammenhang mit dem gesamten Berufs- und Lebensverlauf. Die weit unterdurchschnittliche Teilhabe von Frauen* mit Behinderung an Erwerbsarbeit weist auf die Relevanz weitergehender Erkenntnisse hin. Wir verbinden das soziale Modell von Behinderung aus den Disability Studies mit einem geschlechtersoziologischen Ansatz der Soziologie des Lebenslaufs. Mit einem erweiterten Begriff von Arbeit, der Care-Arbeit und Arbeit, die mit einer Behinderung erforderlich wird, einbezieht, analysieren wir, wie sich Familienzyklus und Behinderungszyklus auf die berufliche Laufbahn auswirken. Mit diesem erweiterten Arbeitsbegriff können wir in der Pilotstudie auf der Grundlage von qualitativen Expert*inneninterviews in Beratungsstellen in einer ländlichen Region zeigen, dass u. a. fehlende Kapazitäten und Ressourcen sowie kumulative Benachteiligungen aufgrund von Geschlecht und Behinderung zu Berufsunterbrechungen bei Frauen* mit Behinderung führten. Weitere Forschung zu den Erfahrungen von Frauen* mit Behinderung selbst sollte sich Bildungsungleichheiten sowie Differenzen aufgrund von Behinderung und Alter widmen.

Schlüsselwörter: Frauen* mit Behinderung, Disability Studies, Soziologie des Lebenslaufs, Erweiterter Arbeitsbegriff, Intersektionalität

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Returning to the workforce: Obstacles to work participation for women with disabilities or chronic disease

Summary

This article analyses the re-entry to work of women with disabilities or chronic disease following an interruption as an important transition in their working life, in relation to their entire career and life course. Women with disabilities’ disproportionately low participation in gainful employment highlights the need for further examination of this issue. We combine the social model of disability in disability studies with a gender analysis approach in the sociology of the life course to analyse the topic. Based on a broader concept or work – which includes care work and work related to disability – we analyse the impact of the family cycle and the disabling cycle on women’s career trajectories. Our pilot study, which is based on qualitative expert interviews conducted in counselling centres in a rural region of Germany, gives us an insight into the conditions of disabled women’s return to work. Applying a broadened concept of work, we can demonstrate how a lack of capacities, resources and cumulative disadvantages based on gender and disability led to interruptions in employment for women with disability and chronic disease. Further research is needed on the experiences of women with disabilities or chronic disease themselves which specifically takes account of educational inequalities and differences in terms of disability and age.

Keywords: women with disabilities, disability studies, sociology of the life course, broadened concept of work, intersectionality

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Bibliographie: Jungwirth, Ingrid/Bakhshizadeh, Marziyeh: Wiedereinstieg mit Hindernissen – die Teilhabe von Frauen* mit Behinderung oder chronischer Erkrankung an Arbeit, GENDER – Zeitschrift für Geschlecht, Kultur und Gesellschaft, 2-2022, S. 118-133. https://doi.org/10.3224/gender.v14i2.09

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Literaturhinweise