Musen als Reigen einander umgebender Körper – Muße-Praktiken des Forschens und Sorgens

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Jutta Krauß

Abstract

Dieser Beitrag lotet das Spannungsfeld von Forschung und Sorge aus. Dabei dienen die Musen und Muße-Praktiken als Projektions- und Reflexionsfläche für Beziehungsgeflechte. Um eine Lesart des Beziehungsgeflechts Muse mit den Muße-Praktiken des Forschens und Sorgens zu entwickeln, wird die Denkfigur Reigen einander umgebender Körper entworfen. Die im Diskurs etablierte Denkfigur ist durch subjektive Setzungen von wandernden Konzepten nach Mieke Bal und durch die Engführung mit dem Konzept des situierten Wissens von Donna Haraway gekennzeichnet. Auf der Grundlage eines konkreten Forschungsprojektes aus der Disziplin der Tanzwissenschaft wird ein Modell für körperbasierte Wissensproduktionen im Spannungsfeld von Forschung und Sorge etabliert, das Dimensionen von Nachhaltigkeit beinhaltet.

Schlagwörter: Muse, Muße-Praktiken, Sorge, körperbasierte Wissensproduktion, Nachhaltigkeit

Bibliographie: Krauß, Jutta: Musen als Reigen einander umgebender Körper – Muße-Praktiken des Forschens und Sorgens, GENDER – Zeitschrift für Geschlecht, Kultur und Gesellschaft, Nr. 1-2026, S. 26-39.

Artikel-Details

Erscheinungsdatum: März 2026
Open Access ab: 05.03.2026
Open-Access-Lizenz: CC BY 4.0

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