„Weil man dann quasi nur noch die Quotenfrau ist“ – (De-)Thematisierungen des ‚Frau-Seins‘ in MINT

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Monique Ritter, Bernadette Rohlf

Abstract

Dieser Beitrag untersucht das Erleben von Wissenschaftlerinnen als Studierende oder Mitarbeitende in MINT-Studiengängen an sächsischen Universitäten und Hochschulen, insbesondere in Informatik, Maschinenbau und Elektrotechnik. Basierend auf 17 problemzentrierten Interviews analysieren wir die widersprüchliche (De-)Thematisierung des ‚Frau-Seins‘ in männlich dominierten Disziplinen. Die Befragten berichten von Herabsetzungserfahrungen, Anerkennungskämpfen und dem Wunsch nach mehr Kolleginnen. Dennoch stehen viele Quotenregelungen kritisch gegenüber – nicht aus Ablehnung der Gleichstellungsarbeit, sondern aus der Sorge, dass Quoten die meritokratische, als geschlechtslos verstandene Norm infrage stellen und ihre im männlich dominierten Umfeld hart erkämpfte Anerkennung schmälern. Nach einer statistischen Einführung skizziert der Beitrag den historischen Ausschluss von Frauen im Hochschulkontext sowie die Entwicklung von Quotenregelungen. Anschließend folgt eine empirische Analyse der widersprüchlichen Thematisierung weiblicher Alleinstellung in MINT. Abschließend werden Ansätze zur besseren Akzeptanz und Verankerung von Frauenfördermaßnahmen diskutiert – idealerweise unsichtbar wirkend, machtkritisch reflektiert und von allen Geschlechtern getragen.

Schlagwörter: Frauen, MINT, Quote, (De-)Thematisierungen, Vereinzelung, Meritokratie

Bibliographie: Ritter, Monique/Rohlf, Bernadette: „Weil man dann quasi nur noch die Quotenfrau ist“ – (De-)Thematisierungen des ‚Frau-Seins‘ in MINT, GENDER – Zeitschrift für Geschlecht, Kultur und Gesellschaft, 2-2026, S. 135-150.

Artikel-Details

Erscheinungsdatum: Juni 2026
Open Access ab: 17.06.2026
Open-Access-Lizenz: CC BY 4.0

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