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Dezentrierungen des künstlerischen Selbst. Die Alter Egos von Laurie Anderson und Jennifer Walshe

Marie-Anne Kohl

Abstract


Zusammenfassung

Auf Kohärenz ausgerichtete Selbstkonzepte von KünstlerInnen unterscheiden häufig ausdrücklich die öffentliche von der privaten, ‚realen‘ Person. Paradoxerweise hängt die Glaubwürdigkeit der öffentlichen Persönlichkeit von einer wohlkonzipierten Authentizität ab, während der Status von Authentizität der realen Künstlerin problematisch ist. Die Trennlinien zwischen öffentlich und privat, fiktiv und real, Person und Persona sind damit brüchig. Das Prinzip des Alter Egos spielt mit dieser Unbestimmtheit der Trennlinien zwischen fiktiv und real und thematisiert damit ironisierend Aspekte wie Authentizität, Subjektivität und Identität. Die grenzüberschreitenden Praktiken der Alter Egos von Laurie Anderson und Jennifer Walshe, die ich als Paradigma eines dezentrierten Subjekts verstehe, spielen auf unterschiedliche Weise mit Themen wie kohärenten Autobiografien, künstlerischen Personalstilen oder fixen Geschlechtsidentitäten und lösen auf mehreren Ebenen die Logik androzentrischer Selbstkonzepte auf.

Schlüsselwörter: Alter Ego, Dezentriertes Subjekt, Laurie Anderson, Jennifer Walshe, Autobiografie

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Decentring the artistic self. The alter egos of Laurie Anderson and Jennifer Walshe

Summary

Coherent self-conceptions of artists often explicitly distinguish the public from the private, ”real” person. Paradoxically, the credibility of the public persona is dependent on a welldesigned authenticity, while the ‘real’ artist’s status of authenticity is problematic. Thus, the dividing line between public and private, fictitious and real person(a) is fragile. The idea of the alter ego plays with the indefiniteness of the dividing line between fictitious and real, thereby broaching issues such as authenticity, subjectivity and identity. The alter egos of Laurie Anderson and Jennifer Walshe, which I understand as paradigmatic for a decentred subject, play with topics like coherent autobiographies, personal artistic styles or fixed gender identities, and thereby challenge the logic of androcentric self-conceptions on several levels.

Keywords: alter ego, decentred subject, Laurie Anderson, Jennifer Walshe, autobiography


Literaturhinweise



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