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Männlichkeiten zwischen Neujustierung und Wandel? Persistenzen hegemonialer Männlichkeit

Diana Lengersdorf, Michael Meuser

Volltext: PDF

Abstract


Leseprobe

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Zusammenfassung

Zentrales Element hegemonialer Männlichkeit ist die enge Verwobenheit von Männlichkeiten und Erwerbsarbeit, die sich u. a. in der Figur des Ernährers der Familie manifestiert. Weltweit lassen sich Veränderungen feststellen, die Alternativen und neue Möglichkeitsräume erkennen lassen. Die konzeptionelle Einordnung dieser empirischen Phänomene steht allerdings noch am Anfang. Inwiefern es sich dabei um mehr als einen gesellschaftlichen Wandel handelt, sondern um ein grundlegend verändertes „In-der-Welt-Sein“, wollen wir anhand von in Gruppendiskussionen gewonnenen Daten für Deutschland diskutieren. Durch drei Fälle hindurch können wir zeigen, dass die Figur des Ernährers auf der einen Seite als klassisch, traditionell und auch veraltet verstanden und als solche zumindest in Teilen zurückgewiesen wird, auf der anderen Seite lassen sich in diesen Fällen auch Hinweise finden, dass sich der Ernährer nach wie vor zur Hegemonialisierung in der konkreten Praxis eignet. Instruktiv ist die Falldiskussion daher vor allem auch, da die Schilderungen der Diskussionsteilnehmer nachdrücklich verdeutlichen, wie hegemoniale Männlichkeit in der Praxis funktioniert: als Anrufung, der man sich nicht entziehen kann.

Schlüsselwörter: Hegemoniale Männlichkeit, Ernährer, Geschlechterverhältnisse, Sozialer Wandel, Gruppendiskussionen

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Masculinities between readjustment and transformation? The persistence of hegemonic masculinity

Summary

A key feature of hegemonic masculinity is the close interweaving of masculinities and gainful employment which manifests itself, among other things, in the figure of the family breadwinner. Changes can be observed worldwide which indicate that there are alternatives and new potential spaces. However, the process of conceptualizing these empirical phenomena is still in its infancy. To what extent this is more than social change, in fact a fundamental change to “being in the world” is what we wish to discuss in relation to Germany based on data obtained in group discussions. Based on three cases, we show that the figure of the breadwinner is understood as classical, traditional and outdated, and that as such it is rejected – at least in part. On the other hand, we also find indications that the breadwinner is still suitable for hegemonialization in practice. Therefore, discussing these cases is above all instructive because the participants’ narratives reveal how hegemonic masculinity functions in practice, namely as a call which men cannot evade.

Keywords: hegemonic masculinity, breadwinner, gender relations, social change, group discussions

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Bibliographie: Lengersdorf, Diana/Meuser, Michael: Männlichkeiten zwischen Neujustierung und Wandel? Persistenzen hegemonialer Männlichkeit, GENDER – Zeitschrift für Geschlecht, Kultur und Gesellschaft, 1-2022, S. 102-118. https://doi.org/10.3224/gender.v14i1.08

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Literaturhinweise