Creating and Staying with the Trouble – Potenziale von weiblichen* ‚Non-Traditional Students‘ für eine transformierte und transformative Wissenschaft

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Jennifer Dahmen-Adkins, Andrea Wolffram

Abstract

Der Beitrag untersucht, wie Studiengänge mit ökologischem Nachhaltigkeitsbezug (GreenMINT) in den Technik- und Naturwissenschaften zur geschlechtergerechten und nachhaltigen Transformation von Hochschulen und Wissenschaft beitragen können. Im Fokus stehen sogenannte weibliche Non-Traditional Students (NTS) als potenzielle Mitgestaltende dieses Wandels. Methodisch basiert die Studie auf einer Mixed-Methods-Fallstudie an einer Hochschule, die quantitative Befragungen und qualitative Interviews kombiniert. Die Ergebnisse zeigen, dass die NTS Studienentscheidungen häufig mit einem gesellschaftlichen und ökologischen Gestaltungsanspruch verbinden. Gleichzeitig wirken bestehende Fachkulturen und strukturelle Erwartungen hemmend. Mit Donna Haraways Konzept der Sympoiesis werden Bildungsentscheidungen als relationale, situiert-emotionale Prozesse verstanden. Der Beitrag diskutiert, wie Hochschulen als Räume sympoietischen Mit-Werdens neu gedacht werden können, dies nicht nur, um neue Zielgruppen zu gewinnen, sondern auch, um sie als Orte der Mitgestaltung transformativer Zukunftspfade zu etablieren.

Schlagwörter: Sympoiesis, Transformierte Wissenschaft, Transformative Wissenschaft, Geschlechtergerechtigkeit, Nachhaltigkeit, MINT-Studium

Bibliographie: Dahmen-Adkins, Jennifer/Wolffram, Andrea: Creating and Staying with the Trouble – Potenziale von weiblichen* ‚Non-Traditional Students‘ für eine transformierte und transformative Wissenschaft, GENDER – Zeitschrift für Geschlecht, Kultur und Gesellschaft, Nr. 1-2026, S. 40-54.

Artikel-Details

Erscheinungsdatum: März 2026
Open Access ab: 05.03.2026
Open-Access-Lizenz: CC BY 4.0

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