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Selbstregulationstraining für Studierende: Sind quantifizierte qualitative Lerntagebuchdaten zur Wirksamkeitsüberprüfung geeignet?

Laura Dörrenbächer, Lea Russer, Franziska Perels

Abstract


Leseprobe

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Zusammenfassung

Die vorliegende Studie evaluiert ein Training zum selbstregulierten Lernen (SRL) für Studierende durch eine prozessanalytische Auswertung quantifizierter qualitativer Lerntagebuchdaten. Das Training umfasste sieben wöchentliche Sitzungen und vermittelte fachunabhängige SRL-Strategien in Anlehnung an das Prozessmodell nach Zimmerman (2000). Siebenundzwanzig Studierende nahmen an dem Training teil und füllten für den gesamten Trainingszeitraum (täglich) ein Lerntagebuch aus. Eine Kontrollgruppe von 44 Studierenden füllte die Lerntagebücher für den gleichen Zeitraum aus, nahm aber nicht an dem Training teil. Die qualitativen Lerntagebuchdaten bezogen sich auf die drei Phasen des SRL-Prozessmodells nach Zimmerman (2000) (Fragen zu Zielsetzung, Strategienutzung, Beeinträchtigungen beim Lernen und geplante Modifikationen). Mittels eines theoriegeleiteten Kodierschemas konnten die Daten quantifiziert werden, sodass eine prozessanalytische Auswertung möglich war. Diese quantifizierten qualitativen Antworten zeigten gute Reliabilitätswerte und erste Hinweise für die Kriteriumsvalidität. Über den Zeitverlauf zeigten sich in der Trainingsgruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe positive Entwicklungen in der Qualität der Zielsetzung und den geplanten Modifikationen. Die Implikationen der Ergebnisse für Trainingsforschung im Bereich des selbstregulierten Lernens werden diskutiert und die angewandte Methodik der Quantifizierung qualitativer Daten wird kritisch reflektiert.

Schlüsselwörter: selbstreguliertes Lernen, Studierende, Lerntagebücher, Quantifizierung qualitativer Daten, Zeitreihenanalyse

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Self-regulation training for college students: Are quantified qualitative learning diary data useful for evaluation?

Abstract

The present study analyses the effect of a self-regulated learning (SRL) training for college students by conducting time series analyses with quantified qualitative learning diary data. The training comprised seven weekly sessions that taught cross-curricular SRL strategies in the sense of Zimmerman’s (2000) process model. Twenty-seven college students participated in the training and filled out learning diaries (daily) during the whole training program. A control group of 44 college students filled out the learning diaries for the same period but did not participate in the training. The qualitative learning diary data represented the three phases of SRL in reference to Zimmerman (2000) (questions concerning goal setting, strategy usage, difficulties, and planned modifications). Using a theorydriven coding scheme, data were quantified and could then be analysed within a time-series approach. These quantified qualitative answers show good reliabilities and indicate criterion validity. The training group showed a positive development concerning the quality of goal setting and planned modifications in comparison to the control group. Implications of the findings are discussed with regard to training research on self regulated learning and the methodology of quantifying qualitative date is critically reflected.

Keywords: self-regulated learning, college students, learning diary, quantification of qualitative data, time series analysis

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Bibliographie: Dörrenbächer, Laura/Russer, Lea/Perels, Franziska: Selbstregulationstraining für Studierende: Sind quantifizierte qualitative Lerntagebuchdaten zur Wirksamkeitsüberprüfung geeignet?, ZeHf, 1-2018, S. 40-56. https://doi.org/10.3224/zehf.v2i1.03


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