,Kinder mit Behinderungen und von Behinderung bedrohte Kinder‘. Spuren eines Dispositivs im Spannungsfeld von Kindertagesbetreuung und Eingliederungshilfe

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Catalina Hamacher, Anja Tervooren

Abstract

Die Deinstitutionalisierung von heilpädagogischen Kindertageseinrichtungen in Deutschland und die Verrechtlichung von Inklusion in der Institution der Kindertagesbetreuung ermöglicht es jungen Kindern seit Kurzem, Leistungen der Eingliederungshilfe in allen Kindertagesstätten zu erhalten. Um die Folgen dieser Verrechtlichung zu verstehen, werden die reformierten Gesetze sowie Formulare zur Beantragung von Leistungen analysiert und Spuren eines Dispositivs ,Kinder mit Behinderungen und von Behinderung bedrohte Kinder‘ herausgearbeitet. Die Rekonstruktion der rechtlichen und administrativen Ebene eröffnet also eine Perspektive auf die Vermittlung von Inklusion in die Institution der Kindertagesstätte hinein. Gezeigt wird, wie die Kategorie Behinderung als institutionelles Steuerungsinstrument fungiert, das normative Vorgaben in konkrete Organisations- und Handlungspraxen überführt. Dies führt paradoxer Weise entgegen der Programmatik von Inklusion zu einer Logik der Normalisierung, die früh im Leben implementiert wird, denn für Kinder werden Beeinträchtigungen als Abweichungen von einem altersbezogenen Normalzustand gerahmt.

Schlagwörter: Kinder, Verrechtlichung, (De)Institutionalisierung, Dispositiv, Dokumentenanalyse

Bibliographie: Hamacher, Catalina/Tervooren, Anja: ,Kinder mit Behinderungen und von Behinderung bedrohte Kinder‘. Spuren eines Dispositivs im Spannungsfeld von Kindertagesbetreuung und Eingliederungshilfe, Diskurs Kindheits- und Jugendforschung, 2-2026, S. 245-259.

Artikel-Details

Erscheinungsdatum: Juni 2026
Open-Access-Lizenz: CC BY 4.0

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