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Entspricht die Mitbestimmung wirtschaftlichen Bedürfnissen?

Walther Müller-Jentsch

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Abstract


Leseprobe

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Zusammenfassung

In den Sozialwissenschaften (Ökonomie, Soziologie, Politologie), die sich mit Funktionen und Effekten der Mitbestimmung befassen, wurde die Frage nach ihren positiven wirtschaftlichen Folgen erst in neuerer Zeit aufgeworfen. In der Vergangenheit standen deren friedensstiftenden und bürgerrechtlichen Rechtfertigungen im Vordergrund. Ausgangspunkt des vorliegenden Artikels ist die These des Wirtschaftshistorikers Werner Abelshausers, dass in Deutschland die modernen, dynamischenWirtschaftszweige bereits seit Ende des 19. Jahrhunderts durch die Mitbestimmung der Arbeitnehmer in Arbeiterausschüssen positiv geprägt und gefördert wurden. Gegen diese These wird eingewandt, dass damit Genese und Geltung verwechselt werden. Die vielfach gegen unternehmerischen Widerstand in konfliktiven Auseinandersetzungen und mit staatlicher Organisationshilfe durchgesetzten Mitbestimmungsrechte (Genese) konnten erst nach längeren Lernprozessen der Akteure ihre für beide Seiten positivenWirkungen in ‚win-win‘-Konstellationen entfalten (Geltung).

Schlagwörter: Mitbestimmung, Mitbestimmungsrechte, wirtschaftliche Bedürfnisse, Deutschland

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Does co-determination meet economic needs?

Abstract

In the social sciences (economics, sociology, political science), which deal with the functions and effects of co-determination, the question of its positive economic impact has been raised in recent times. In the past their cooperative and participatory (economic citizenship) contributions were in the foreground. The starting point of this article concerns the historian Werner Abelshauser’ economic thesis that modern and dynamic German industries have been positively shaped and promoted by employee codetermination committees since the end of the 19th century. The objection to this thesis is that it confuses genesis and validity. The rights of co-determination, which were often enforced in the face of corporate resistance in conflictual situations and with the help of state support (genesis), were only able to develop their positive effects for both sides in a ’win-win’ constellation after prolonged learning processes on the part of the actors (validity).

Keywords: Co-determination, co-determination rights, economic needs, Germany. JEL: J50; J53; N00

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Bibliographie: Müller-Jentsch, Walther: Entspricht die Mitbestimmung wirtschaftlichen Bedürfnissen?, Industrielle Beziehungen. Zeitschrift für Arbeit, Organisation und Management, 4-2021, S. 369-383.
https://doi.org/10.3224/indbez.v28i4.02

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Literaturhinweise