Zu Erfahrung, Kritik und Subjektivität in der politischen Bildung
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Abstract
Der Essay interveniert in die Debatte um kritische politische Bildung und fragt nach dem Bildungsbegriff unter den Bedingungen gegenwärtiger gesellschaftlicher Krisen. Ausgangspunkt ist die These, dass Krisen nicht allein gesellschaftliche Verhältnisse betreffen, sondern ebenso die Bedingungen ihrer Wahrnehmung, Verständigung und Vermittlung herausfordern. Kritisch diskutiert werden zwei Tendenzen gegenwärtiger Debatten: zum einen eine poststrukturalistische Engführung von Subjektivität auf ihre Hervorbringung durch Macht- und Diskursverhältnisse, zum anderen eine programmatische Verfestigung gesellschaftskritischer Positionen. Demgegenüber argumentiert der Essay, dass die Bedeutung gesellschaftlicher Erfahrungen für Bildungsprozesse stärker berücksichtigt werden muss. Erst in der reflexiven Auseinandersetzung mit Erfahrungen, in denen sich gesellschaftliche Verhältnisse konkret artikulieren, können die Bedingungen eigener Wahrnehmung, Urteilsbildung und Handlungsmöglichkeiten im Bildungsprozess erschlossen werden. Politische Bildung wird daher als ein Prozess verstanden, in dem gesellschaftlich vermittelte Erfahrungen reflexiv angeeignet und kritisch bearbeitet werden. Voraussetzung hierfür ist eine kontinuierliche Reflexion der Bedingungen gesellschaftlicher Erfahrung, um die Offenheit von Vermittlungsprozessen und die Möglichkeit kritischer Aneignung zu erhalten.
Bibliography: Meints-Stender, Waltraud: Zu Erfahrung, Kritik und Subjektivität in der politischen Bildung, GWP – Gesellschaft. Wirtschaft. Politik, 3-2026, pp. 311-318.
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Title: Zu Erfahrung, Kritik und Subjektivität in der politischen Bildung
Issue: Jg. 75, Nr. 3-2026: GWP – Gesellschaft. Wirtschaft. Politik